Schokoladen-Kokoskuchen

Ein beinahe wolkenfreier Himmel. Dieser traumhafte Anblick, von dem man einfach nicht genug bekommen kann und es mag nicht derart außergewöhnlich sein, aber die Kunst besteht doch am Ende darin, den Blick auf solch schöne Momente zu lenken.
Für eine Stunde also die Unbequemlichkeit des Fliegens in Kauf zu nehmen, ist vertretbar. Hätte das Flugzeug eine Rückscheibe, ich würde an ihr kleben und der Abendsonne dabei zusehen, wie sie einen rosa-blauen Zuckerwattehimmel kreiert. Wenn das mal nicht furchtbar kitschig klingt… hoch oben wo der Blick ins Unendliche geht, grenzenlose Freiheit herrscht, darin kann man sich nur verlieren, es lädt zum Wegträumen ein und strahlt auch etwas beruhigendes aus. Musik lief und die Nase klebte am kleinen ovalen Fenster.
Einen gekonnten Übergang vom Fliegen zum Backen zu schaffen… hmm, mir fällt gerade nichts pfiffiges ein. Einziger Brückenschlag, um nach Skandinavien zu kommen, müsste man sich nur in das Flugzeug setzen und wäre im Handumdrehen da.
Zeit auf die nächste Seite in Sachen skandinavische Backkunst umzublättern – Schokoladen-Kokoskuchen. Hört sich erstmal nicht nach einer typischen Spezialität an, aber laut Einleitungstext der Autorin ist dieser Kuchen auf ein altes Familienrezept zurückzuführen. Selbstgebackenes ist pures Genussvergnügen. Das Kuchenglück für einen Moment zu genießen. Es mag ein kurzer Augenblick sein, aber es zählt sich dafür die Zeit genommen zu haben. Man kann schon von einer kleinen Sonntagstradition sprechen.

Rezept stammt aus dem Buch Skandinavisch Backen: 100 Rezepte – süß und herzhaft

RÜHRTEIG (FÜR EINE SPRINGFORM Ø 18 cm)
100 g Butter
75 g Zartbitterschokolade (mindestens 50 %)
2 Eier
100 g feiner Zucker
75 g Mehl
1 TL Backpulver
1 EL Kakaopulver
40 g Kokosraspel
100 ml Schlagsahne

SCHOKOLADENGLASUR
5 g Butter
50 g Zartbitterschokolade (mindestens 50 %)
2 EL Kokosrapel

Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen und die Springform fetten.

Butter und Schokolade in einer kleinen Schüssel über dem heißen Wasserbad schmelzen. Die Schüssel sollte dabei nicht mit dem Wasser in Berührung kommen. Ab und zu umrühren. Wenn beides geschmolzen ist, etwas abkühlen lassen.

Mehl, Backpulver und Kakaopulver sieben. Kokosraspeln untermischen. Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen und in den Kühlschrank stellen. Eigelb und Zucker mit dem Handrührgerät cremig aufschlagen. Die abgekühlte Schokoladenmasse unterrühren. Abwechselnd die trockenen Zutaten und die Schlagsahne dazugeben und alles gründlich verrühren. Zum Schluss den Eischnee dazugeben und zu einem cremigen Teig verarbeiten. Den Teig in die Springform geben und im Backofen 40 Minuten backen (Stäbchenprobe). Wenn der Kuchen fertig ist, Springform herausnehmen, fünf Minuten abkühlen lassen und danach den Springformrand lösen. Auf dem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Für die Schokoladenglasur Butter und Schokolade in einer kleinen Schüssel über dem heißen Wasserbad schmelzen. Kuchen damit bestreichen, kurz antrocknen lassen und danach mit den Kokosraspeln bestreuen.



Sonntagskuchen

Ein stürmischer und recht ungemütlicher Winterabend. Der Wind pfeift durch die Häusergassen, ein paar tapfere Radfahrer, eine tapfere Spaziergängerin, ich, wohingegen es sich alle anderen zu Hause bereits gemütlich gemacht haben. Ein bißchen die Beine vertreten, auch wenn die Wettergegebenheiten nicht die allerbesten sind, ist es irgendwie schön. Man kann ja nicht weit genug weggehen um vom Lärm der Großstadt nichts mehr zu hören. Einfach weg… und wenn man ihn schließlich gefunden hat, diesen ruhigen Ort… für einen Moment die Kapuze abstreifen, sich vom Regen berieseln lassen und an nichts denken, soweit das manchmal möglich ist.
Der Blick nach draußen verriet eindeutig wohin die Reise heute geht… zuerst musste allerdings ein kleiner aber feiner Sonntagskuchen gebacken und eine große Portion Morgenluft hereingelassen werden. Beides duftet ganz wunderbar, beides füreinander geschaffen und sobald der Frühling da ist, kommt der Kuchen mit auf die Reise.
Dieser strahlend blaue Himmel, ein Anblick an dem man sich nicht satt sehen kann. Fabelhaft.
Ach ja, das „Geheimnis“ rundum den Sonntagskuchen muss noch gelüftet werden. Klingt schon recht unkonkret und beliebig. Oh, beliebig? Alles was bisher meine Küche verlassen hat, ist weit davon entfernt beliebig zu sein. Wie das manchmal so ist, fristeten einige Zutaten schon ein längeres Dasein und heute sind zu einem Schmandkuchen mit Apfelfüllung verschmolzen. Und nun heißt es raus… es wird ganz sicher so sein, dass die Sonne die Nase so sehr kitzelt, dass man niesen muss.

RÜHRTEIG (Ø 18 cm)
190 g Mehl
1 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1 Prise Salz
120 g Schmand
2 TL Milch
120 g Zucker
113 g weiche Butter
2 große Eier
2 Äpfel

Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Springform fetten und mit Backpapier auslegen.

Mehl, Backpulver, Natron und Salz sieben. Schmand und Milch glattrühren. Butter und Zucker zu einer cremigen Masse aufschlagen. Eier jeweils einzeln und je 30 Sekunden unter den Teig rühren. Die trockenen Zutaten hinzufügen und zum Schluss das Schmandgemisch in den Teig einrühren.

Teig in die Springform geben und gleichmäßig verteilen. Äpfel schälen, halbieren, Kerngehäuse entfernen und in gleich dicke Scheiben schneiden. Apfelscheiben beliebig auf dem Teig verteilen, mit einer Prise braunen Zucker bestreuen und im vorgeheizten Ofen 60 Minuten backen (Stäbchenprobe).

Kuchen aus dem Ofen nehmen und zehn Minuten abkühlen lassen anschließend aus der Form lösen und vollständig auskühlen lassen.



Butterstreusel

Winterblues – für einige ist das eine nicht enden wollende Durststrecke mit langen Tagen, kühlen Temperaturen und wenig Tageslicht. Welch üble Laune der Natur und am Ende trifft dies immer nur bedingt zu. Liebenswert ist für sie der Winter auch nur dann, wenn es richtig kalt ist und der Schnee im Sonnenlicht glitzert. Und bloß kein schmuddeliges Schneematschwetter, Nieselregen, Wind und so weiter – oberstes Gebot! Dennoch wird Jahr für Jahr die selbe Laier abgespult, da möchte man vor Langeweile gleich gähnen. Aber wenn der Sonnenschein und all die anderen Träumereien gerade nicht zu Hand sind, tut es mit Sicherheit auch ein Stück Kuchen. Kuchen und ich, das ist so eine Freundschaft fürs Leben möchte ich meinen. Ein wunderbarer Glücklichmacher an kalten und grauen Tagen. Gerade jetzt ist die Luft so wunderbar klar und frisch, da lohnt es sich einen Spaziergang zu machen. Im Sommer wäre niemand um diese Zeit sofort nach Hause gefahren, aber ein kurzer Abstecher an den Rand Berlins, als Abkehr vom Gewöhnlichen, um ein paar Minuten dem Rauschen des Wassers zu lauschen und in den tiefschwarzen Sternenhimmel zu blicken, geht allemal. Sterne gucken, macht das noch jemand? In der Großstadt eher die Ausnahme. Je näher es auf die Nacht zuging, desto kühler wurde es. Etwas auf- und ablaufen brachte auf Dauer keinen Erfolg und so fiel es am Ende schwer wieder zu gehen, denn ich wäre gern länger geblieben. Etwas Wehmut war dabei… bis bald!
Heute ist Premierentag. Einen klassischen Quark-Öl-Teig gab es bislang bei mir noch nicht. Üblicherweise wird er als Blechkuchen gebacken und obendrauf ein üppiger Obstbelag, gibt es beides bei mir nicht. Ich wage mich erstmal an die einfachste Variante heran und zwar die mit Butterstreuseln. Die Auswahl an Obst ist derzeit noch nicht groß und eine kurze Liebäugelei mit Sauerkirschen konnte sich letztendlich nicht durchsetzen. Im Nachhinein betrachtet, hätte dem Kuchen eine fruchtige Note recht gut gestanden. Nun gut, jetzt ist es so wie es ist und schlussendlich isst er sich dann doch irgendwie weg.

QUARK-ÖL-TEIG (SPRINGFORM Ø 26 CM)
150 g Quark (20 %)
100 ml Öl
1 Ei
2 EL Milch
75 g Zucker
1 Prise Salz
300 g Mehl
1/2 TL Backpulver
2 EL Mandelblättchen

STREUSEL
100 g geschmolzene Butter
180 g Mehl
100 g brauner Zucker

Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen und die Springform fetten. Für die Streusel alle trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen. Die abgekühlte Butter langsam dazugießen und mit einem Holzlöffel zu Streuseln verrühren. Schüssel bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.

Quark in einem Tuch auspressen und durch ein Sieb streichen. Quark, Öl und Ei mit dem Schneebesen gründlich verrühren. Zucker und Salz hinzufügen. Mehl und Backpulver mischen und unter den Teig ziehen.

Teig in der Springform verteilen, mit etwas zerlassener Butter bestreichen, die Streusel und Mandelblättchen darauf verteilen. Den Kuchen im Ofen ca. 20 Minuten backen.