Schoko-Haselnussgugelhupf

Jede Wetter-Nörgelei verblasst angesichts dessen wie derart vielfältig es in den vergangenen Tagen gewesen ist und auf welch abwechslungsreiche Weise sich die Natur präsentiert hat und es immer noch tut. Es liegt direkt vor einem. All das zu erleben, ist eine große Freiheit und ein ebenso großes Glück. Jede Fahrt ins Grüne ist es wert, Zeitaufwand und Nutzen miteinander aufzuwiegen sind nicht gerechtfertigt. Einfach da zuliegen, sich von der Sonne verwöhnen zu lassen und dem Specht dabei zu zuhören wie er gegen den Baumstamm klopft. Mit dem Fahrrad auf dem Weg liegende Blätter aufzuwirbeln, so dass sie für einen Moment in der Luft tanzen. Am frühen Morgen durch dichte Nebelfelder zu fahren und die Sonne dabei zu beobachten, wie sie versucht sich durch die Wolken zu kämpfen und eine geheimnisvolle wie diffuse Lichtstimmung erzeugt. Wassertropfen die in den Spinnweben hängenbleiben und sie noch filigraner erscheinen lassen. Laub zu harken, Blätter sammeln, Blumen pflücken und gar nicht mitzubekommen, wie viel man bereits gepflückt hat und die Hand kaum noch in der Lage ist alles zusammenzuhalten, ein wahrer Blumenrausch. All das ist der Herbst. Und ich glaube, wenn er könnte, würde er auch Kuchen backen… ich kann das sonst auch erstmal übernehmen. Auf dem heutigen Präsentierteller hat es sich der Schokoladen-Haselnussgugelhupf gemütlich gemacht. Auf wundersame Weise fügt er sich mit seiner Marmorierung hervorragend ins Herbstbild ein. Richtig anmutig steht der Gugelhupf da auf dem Tisch. Hmm, zu schön um ihn anzuschneiden und zu schade um ihn so stehenzulassen, Augen zu und durch und dann ab raus…

GRUNDTEIG
185 g weiche Butter
150 g Zucker
1 Prise Salz
260 g Mehl
1 TL Backpulver
110 ml Milch
3 Eier

 

FÜR DEN HASELNUSSTEIG
80 g geschmolzene Zartbittterschokolade (50 %)
60 g gemahlene Haselnusskerne

Eine Gugelhupfform fetten und den Backofen auf 200 Grad Umluft vorheizen.

Butter, Zucker und Salz mit dem Handrührgerät zu einer hellen Creme aufschlagen. Mehl und Backpulver mischen und die Eier mit der Milch verquirlen. Beides nun abwechselnd unter die Butter-Zucker-Masse rühren. Den Teig halbieren und die eine Hälfte mit der Schokolade und den gemahlenen Haselnusskernen aromatisieren. Den hellen und dunklen Teig abwechselnd in die Kuchenform füllen.

Kuchen im vorgeheizten Ofen 15 Minuten backen, anschließend die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und weitere 25 Minuten backen (Stäbchenprobe). Napfform herausnehmen und 10 Minuten abkühlen lassen, danach den Kuchen auf einen Teller stürzen und vollständig auskühlen lassen.

 

Plundergebäck

Mit Fug und Recht kann ich ab heute sagen, ich habe schon mal Plunderteig selbst hergestellt. Ein kleiner Kraftakt, bei dem drohten die Nerven davonzufliegen. Dabei muss man sich freimachen, dem Ideal der abgedruckten Bilder im Backbuch nachzueifern, es sieht halt immer ein bißchen anders aus, aber das Ergebnis ist am Ende dasselbe.
Und nun müsste es möglich sein, einfach mit dem Finger zu schnipsen und sich samt der buttrigen Plunderteigstücke irgendwo im Grünen wiederzufinden. Klappt leider noch nicht ganz so gut, so dass ich mich aus der faulen Sitzposition selbst befreien muss um hinaus ins Grüne zu entschwinden.

PLUNDERTEIG
25 g frische Hefe
1 Ei, leicht verquirlt
1 Prise Salz
1 EL Zucker
325 g Mehl Type 405, gesiebt
300 g kalte Butter
+ Mehl zum Ausrollen

FÜLLUNG
200 g Konfitüre
1 Ei, leicht verquirlt

Hefe in 150 ml lauwarmen Wasser auflösen. Ei, Salz und Zucker unterrühren. Mehl dazugeben und alles mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten. Schüssel mit einem sauberen Tuch abdecken und für 15 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und den Teig zu einem Quadrat ausrollen. Butter möglichst in dünne Scheiben schneiden und im 45 Grad Winkel als Quadrat anordnen. Die Teigenden über die Butter legen, so dass ein geschlossenes Paket entsteht. Alles gut festdrücken und mit einem Nudelholz zu einem Rechteck ausrollen. Ein Drittel des Teiges zur Mitte einschlagen und das untere Drittel darüber legen. In Frischhaltefolie wickeln und 15 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig noch drei Mal auf die gleiche Weise ausrollen und zusammenfalten.

Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Den Teig halbieren und auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck ausrollen. In Quadrate schneiden und in die Mitte jeweils einen Teelöffel Konfitüre geben. Die vier Ecken in der Mitte zusammennehmen, festdrücken und auf das Backblech legen. Mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort eine halbe Stunde ruhen lassen.

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die Teigstücke mit dem verquirlten Ei bestreichen und im vorgeheizten Ofen 15 Minuten goldbraun backen, mit dem zweiten Blech ebenso verfahren.

Rezept stammt aus dem Buch „Skandinavisch backen: 100 Rezepte – süß und herzhaft“

Möhrenkuchen

Für die einen mag das Herbstwetter in den vergangenen Tagen jämmerlich gewesen sein – kalt, nass, rauh und windig. Die Ungemütlichkeit in seiner reinsten Form und weit entfernt von Goldigkeit. Aber strahlt das nicht auch eine Form von Gemütlichkeit aus – dennoch etwas Zeit draußen zu verbringen? Das Haar völlig zerzauselt, eine Mütze hätte von Vorteil sein können, demnächst dann, aber an der stürmischen See ist eben auch kein Platz für Eitelkeiten. Wenn der Wind darüber hinwegzieht und das Wasser nur so über das Ufer schwappt, herrlich das mitanzusehen.
Zu dieser durch und durch herbstlichen Stimmung gesellt sich der Möhrenkuchen mit gerösteten Walnusskernen ganz hervorragend. Ein Duett der Herbstboten. Nun kann jeder selbst entscheiden was einem lieber ist, ich nehme beides. Erst ein Stück vom Kuchenglück und darauf folgend in den herbstlichen Sonntag entschwindend und siehe da, da ist er ja, der goldene Herbst…

MÖHRENKUCHEN (FÜR EINE SPRINGFORM Ø 26 CM)
3 Eier
140 g brauner Zucker
150 g weiche Butter
2 TL Backpulver
1 Prise Salz
180 g Mehl
250 g Möhren, fein gerieben
100 g Walnüsse + 1-2 EL Zucker
150 g Apfelmus (Anstelle von gekauften Apfelmus habe ich aus drei Äpfeln und ein wenig Wasser einfach schnell selbst welches hergestellt.)

Backofen auf 175 Grad vorheizen. Springform fetten und mit Mehl ausstäuben.

Walnüsse in einer beschichteten Pfanne fünf Minuten rösten, dabei immer wieder umrühren, dass sie nicht anbrennen. Zucker dazugeben und mit einem Holzlöffel so lange rühren bis die Walnüsse goldbraun glänzen. Auf ein Stück Backpapier geben und abkühlen lassen. Mit einem Messer grob zerhacken.

Eier und Zucker zu einer hellen Creme aufschlagen. Butter und unterrühren. Mehl, Backpulver und Salz sieben und kurz unter den Teig schlagen. Zum Schluss Walnüsse, Karotten und Apfelmus unterziehen. Teig in die Springform geben und im vorgeheizten Ofen 30 Minuten backen (Stäbchenprobe).