Frühstück

„Manchmal muss man einfach nur ans Meer“ steht auf meiner neuesten Postkarte. Doch wenn dieses (noch) zu weit weg ist, muss vorerst der Garten herhalten. Wobei der Ausdruck „herhalten“ die Wirkung des Gartens kleiner macht als sie ist. Es ist die beste Alternative… barfuß über das frischgemähte Gras laufen und sich dann unter den Apfelbaum legen, ohne Decke oder irgendwas, braucht man doch alles nicht immer, einfach auf die Wiese legen, Grasflecken auf der weißen Bluse inklusive. Mit jeder Minute die ich dort lag, wurden die Augen immer schwerer und gut und gerne hätte ich einschlummern können, solch eine entspannende Wirkung hatte das auf mich. Irgendwann öffnete ich wieder die Augen und blickte in den strahlend blauen Himmel, ein kleines Lüftchen wehte, die Augen blinzelten mit der Sonne um die Wette, eine einsame Wolke zog vorbei, ein Grashüpfer der das neben mir stehende Holzhaus erklomm und Stachelbeeren. Endlich sind wie da. Mein absoluter Favorit unter den Sommerbeeren und ich bin bestimmt der einzige Stachelbeerliebhaber.
Gestern sollte es dann eigentlich einen Blaubeer-Apfel-Pancake geben. Ein leichtes Rezept, welches quasi als Selbstläufer daherkam, selbstsicher wartete ich auf das Klingeln der Eieruhr. Oben goldbraun gebacken, das sah schon mal gut aus, aber innen war er noch größtenteils flüssig. Das war also nix und ist gründlich in die Hose gegangen. Heute morgen wollte ich einen zweiten Versuch wagen, aber die Lust darauf war ehrlich gesagt nicht so groß. Und somit findet sich das Beerenpotpourri in meiner Frühstücksschale wieder, nichts aufregendes aber ungemein lecker.

FRÜHSTÜCK MIT FRISCHEN BEEREN
2 EL zarte Haferflocken
150 g griechischer Joghurt
1/2 halbe Banane
1 handvoll gemischte Beeren (Blaubeere, Himbeeren und Stachelbeeren)
2 zerbröselte Amarettini
etwas Honig

Zutaten von oben nach unten in eine Schüssel schichten und mit einer Tasse Kaffee genießen.

Finnische Roggenrundlinge

Ich weiß gar nicht wie lange es schon wieder her ist, aber der ursprüngliche Plan für den Feierabend sah nach längerer Pause vor, dem See einen Besuch abzustatten. Ob er mich schon vermisst? Ich tue es. Ruhe tanken, ein wenig schreiben, den Blick schweifen lassen, sich auf die Wiese fallen lassen und die Zeit ausblenden. Der Dauerregen kam dem Vorhaben ein wenig in die Quere. Wobei ich mir auch gut hätte vorstellen können, in kompletter Regenmontur barfuß über die Wiese, durch den Sommerregen zu laufen. Oder gar baden zu gehen?! Das hätte gewiss ein schönes Bild abgegeben – festzuhalten wie der Regen auf die Wasseroberfläche prasselt, unter den grauen Regenwolken, im leicht unruhigen See schwimmend… welch schöne Vorstellung. Ich glaube da spricht gerade das Fotografenherz aus mir.
Bei geöffnetem Fenster konnte ich immerhin dem dahinplätschernden Regen lauschen und bei einer handvoll Eierkuchen mit den Vorbereitungen für heute starten. Erinnerungen stecken ja nicht nur in gemeinsamen Erlebnissen, sondern auch in Dingen die man mit jemanden teilt. Sich für selbiges zu begeistern, sich weiter zu entfalten, den anderen mitzureißen, sich von ihm inspirieren zu lassen, weil er eben einen ganz besonderen Blick für das Schöne im Leben hat, aufmerksam ist, ganz bewusst alles erlebt und das sieht was sonst keiner sieht. Unweigerlich muss ich dabei auch an Skandinavien denken. Unendlich große Vielfalt – das Meer, die Natur, die Ruhe und Stille. Dem wunderbaren Norden sei daher der heutige Beitrag gewidmet.
Mein persönliches Ziel ist es, alles aus dem skandinavischen Backbuch auszuprobieren. So etwas ähnliches habe ich sicherlich schon mal geschrieben, es wiederholt auszusprechen kann allerdings nicht schaden. Brot bzw. Brötchen zu backen ist für mich immer eine kleine Herausforderung. Wohingegen mir Kuchen backen wesentlich einfacher erscheint. Die Erfahrung darin überwiegt natürlich um einiges und für andere Sachen bedarf es eben mehr Übung und am Ende zählt die Freude darüber etwas neues ausprobiert zu haben. Der ganze Tisch ist voll mit frischem Gemüse vom Markt, wie sollte es auch anders sein, die Augen waren beim Einkauf wie immer groß. Aber sei es drum… wer möchte sich bei diesem Anblick nicht auch sofort eine frischgebackene Roggenschrippe schmieren.

ERGIBT CA. 20 ROGGENBRÖTCHEN

TAG 1
15 g frische Hefe
200 ml lauwarmes Wasser
200 ml kalte Buttermilch
100 g Roggenmehl

TAG 2
400 ml lauwarmes Wasser
10 g frische Hefe
600 g Roggenmehl
10 g Salz

Für den Vorteig lauwarmes Wasser in eine große Schüssel geben und die Hefe darin auflösen. Buttermilch und Roggenmehl hinzufügen und alles vermischen. Mit Frischhaltefolie den Teig abdecken und über Nacht bei Zimmertemperatur gehen lassen.

In einer zweiten großen Schüssel die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen. Vorteig hineingeben und alles miteinander verrühren. Mehl und Salz dazugeben und mit den Händen kurz verkneten. Schüssel mit einem Stück Frischhaltefolie abdecken und vier Stunden ruhen lassen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Der Teig ist sehr flüssig und man hat das Gefühl mit Tonerde zu arbeiten, dennoch einfach versuchen so gut es geht mit bemehlten Händen circa 20 Teigrohlinge zu formen. Rundlinge auf das Backpapier legen, mit einem sauberen Tuch abdecken und an einem warmen Ort eine halbe Stunden gehen lassen. Backofen auf 200 Grad Umluft vorheizen. Die Brötchen mit einem Holzstab mehrmals einstechen, mit Wasser bestreichen und im Ofen circa 30 Minuten backen. Blech herausnehmen und abkühlen. Mit den restlichen Brötchen ebenso verfahren.

Skandinavisch Backen: 100 Rezepte – süß und herzhaft

Erdbeersuppe mit Basilikummousse

Zu Teenagerzeiten habe ich für Kaltschale gebrannt, habe sie regelrecht verschlungen ohne dem Löffel auch nur den Hauch einer Verschnaufpause zu gönnen, so lecker war sie, mit ihren „Erdbeerstückchen“. Sie enthielt natürlich nur die besten Zutaten, die die Nahrungsmittelindustrie zu bieten hatte. Aber das gehört jetzt der Vergangenheit an, heute habe ich mir mein eigenes Erdbeersüppchen zubereitet und setzte ihr mit einer Nocke Basilikummousse die Sonntagskrone auf. Tiefrot und saftig grün, so steht sie vor mir die Schale, ein Sommermoment sondergleichen.

BASILIKUMMOUSSE
3 Blätter weiße Gelatine
1 Bio-Orange
2 Eigelb
1 Ei
40 g Zucker
20 g Basilikum
150 g griechischer Joghurt
150 ml Schlagsahne

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Orange waschen, trocken tupfen, Schale fein abreiben und den Saft auspressen. Orangensaft und -schale, Eigelbe, Ei, Zucker und in eine große Edelstahlschüssel geben und über dem heißen Wasserbad, mit dem Handrührgerät, fünf Minuten cremig aufschlagen. Gelatine ausdrücken und in der heißen Creme auflösen. Creme für 10 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Basilikum grob in Streifen schneiden und mit dem Joghurt im Mixer sehr fein pürieren. Den grünen Joghurt unter die Creme rühren. Schlagsahne steif schlagen und behutsam unterziehen. Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens 4 Stunden kalt stellen.

ERDBEERSUPPE
1 Vanilleschote
40 g Zucker
250 ml Rhabarbersaft (gekauft oder ganz fix eigenen herstellen)
800 g Erdbeeren + 150 g Erdbeeren zum Servieren

Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen. Vanilleschote und -mark mit Zucker und Rhabarbersaft 2-3 Minuten bei mittlerer Hitze kochen, beiseite stellen und abkühlen lassen.

Erdbeeren putzen und in Stücke schneiden. In eine große Schüssel geben und mit dem Rhabarbersaft sehr fein pürieren. Durch ein feines Sieb gießen und mindestens eine Stunde kalt stellen.

Erdbeersuppe in Schalen füllen. Die restlichen Erdbeeren kleinschneiden und hineingeben, eine Nocke Basilikummousse oben drauf setzen und mit Basilikum garnieren.