Pfirsichkuchen


Sofern im Frühsommer nicht alle Holunderblüten von den Sträuchern geschnitten wurden, können demnächst die schwarzen Beeren des Holunders geerntet werden. Ein wenig gerät das in Vergessenheit, weil sich die weiß-gelblichen Holunderblüten mit ihrem süßen Duft von ganz alleine bemerkbar machen, während der schwarze Holunder bedeckt hält und einfach nur schön aussieht. Zumindest muss man mit den Beeren nicht allzu behutsam umgehen wie mit den Blüten und kann sie etwas rustikaler vom Strauch schneiden. Die Woche habe ich schon welche gesehen aber ich gebe ihnen mal noch eine Woche und dann schaue ich im Wald vorbei. Selber zu ernten und den Korb voller Köstlichkeiten nach Hause zu bringen, das stelle ich mir wunderbar vor. Den
Großteil des Tages dabei an der frischen Luft zu verbringen, das ist auf eine gewisse Weise berauschend schön. Berauschend wie das wohl klingen mag, aber mir fällt gerade kein anderes Wort ein. Was kann es besseres geben oder? Und am Wochenende kann man sich das draußen sein wieder zurückholen, weil es unterhalb der Woche zu kurz kommt.
Was mit Holunder anfing, endet aber nicht mit Holunder, sondern… jetzt eine Brücke zum heutigen Sonntagsglück zu schlagen das würde zu viel Schreibkreativität abverlangen. Die hab ich zwar, just in diesem Moment aber nicht. Drum sag ich es frei raus, die Pfirsiche sind da. Am Marktstand frohlockten sie regelrecht und bei dem Hinweis „eigener Anbau“, gab es kein Halten mehr. Mit einem Stück vom saftig, süßen Pfirsichkuchen lasse ich mich mal eben kurz auf die Couch fallen, bevor es weitergeht.

FÜR EINE SPRINGFORM Ø 26 CM
120 g weiche Butter
120 g Zucker
125 g Mehl
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
2 Eier
2 große Pfirsiche + 1 TL Vanillezucker

Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen und die Springform fetten.

Pfirsiche waschen, vierteln, entsteinen, in dünne Spalten schneiden und bis zur weiteren Verwendung zur Seite stellen.

Butter und Zucker mit dem Handrührgerät zu einer hellen Creme aufschlagen. Die Eier einzeln unterrühren. Mehl, Backpulver und Salz mischen und kurz in den Teig einarbeiten. Den Teig in die Springform geben, glattstreichen und die Pfirsichspalten nach Belieben darauf verteilen. Mit einem Teelöffel Vanillezucker bestreuen, Springform in den Backofen schieben und 35-40 Minuten backen (Stäbchenprobe).

Schokoladenkuchen

Über nicht mehr nachvollziehbaren Wegen habe ich davon gelesen, dass es seit einigen Jahren einen kleinen aber feinen Laden mit Original schwedischen Süßigkeiten hier in der Gegend gibt. Meine Neugier war sofort geweckt und die Auswahl auf deren Webseite sah unglaublich verlockend aus. Wie wohl schwedische Geleebananen schmecken? Genauso gut wie die Einheimischen? Eines Abends wollte ich mir das genauer ansehen und bin hingefahren, um die ein oder andere Kostprobe einzutüten. Vor dem Laden angekommen, war ich aber schlussendlich zu schüchtern um denn niemand sonst ist im Geschäft gewesen. Oh je, das passiert mir hin und wieder schon mal. Ich werde demnächst nochmal hinfahren und dann mit einer prall gefüllten Tüte herausspazieren. Mit leeren Händen möchte ich an diesem Sonntag keineswegs dastehen, das wäre ja blöd. Sonntag ist schließlich Kuchentag. Dieser Schokoladenkuchen ist im Handumdrehen gebacken und innerhalb kürzester Zeit heißt es – schlemmen, ans mich magisch anziehende Wasser entschwinden und auf die Wiese legen.

FÜR EINE SPRINGFORM Ø 26 CM
150 g Zartbitterschokolade (70 %)
125 g Butter
4 Eier
190 g brauner Zucker
1 Prise Salz
1 Vanilleschote
125 g Mehl

Springform mit Backpapier auslegen und den Backofen auf 130 Grad Umluft (160 Grad Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Zartbitterschokolade zerkleinern, in einen Topf geben und zusammen mit der Butter, bei geringer Wärmezufuhr, schmelzen. Masse etwas abkühlen lassen. Eier, Zucker, Salz und das Mark der Vanilleschote zur Schokoladen-Butter-Masse geben und mit dem Schneebesen glatt rühren. Mehl sieben und unterheben. Teig in die vorbereitete Springform geben und im Ofen ca. 35 Minuten backen. Kuchen aus dem Ofen nehmen, zehn Minuten abkühlen lassen und anschließend aus der Form lösen.

Dazu passt am Besten Schlagsahne und ein wenig mit Vanillezucker mariniertes Obst.

Zwetschgenkuchen

Der Weg zum See ist derzeit kein einfacher, wie ich eines Abends etwas entsetzt feststellen musste. Habe ja immer die gemütliche Variante bevorzugt, mit Fahrrad in die S-Bahn und ab raus. Aufgrund von Bauarbeiten ist das gerade nicht so gut zu bewerkstelligen, es funktioniert aber man benötigt mehr Zeit. Kurzerhand habe ich mich ans Ufer vom Park gesetzt, mit einem schönen Blick auf die Halbinsel und umhersprudelnde Gedanken was ich denn als nächstes backen könnte.
Es gibt unzählige Rezepte die ich ausprobieren möchte und da zu einer Entscheidung zu kommen, schwierig. Sich von jemanden Rat zu holen was man backen könnte, wäre auf jeden Fall schön. Denn ein Rezept klingt besser, verheißungsvoller und leckerer als das andere. Wo fange ich an und wo höre ich auf. Alles auf einmal funktioniert nicht, leider. Mehr Zeit müsste her. Doch würde ich dann tatsächlich mehr backen? Denn draußen zu sein ist nicht minder verlockender. Eine zauberhafte kleine Backstube im Grünen wäre die ideale Lösung – hat sich mein Kopf gerade zusammengebastelt und träumt schon in Bildern davon, wie so oft. Zu viel Fantasie herrscht dort manchmal vor.
Ein Sommer ohne Zwetschgenkuchen? Undenkbar. Das ist jetzt nicht die bahnbrechende „Idee“ aber eine verdammt gute. Zum Anbeißen sieht er aus, ein Stück habe ich schon gegessen und ein zweites wird es auch noch geben, ich kenn mich doch. Und während ich dieses esse, kann mich mir überlegen was ich mit den 2 Kilo Tomaten anstelle ich gestern gekauft habe. Zum Glück habe ich nur zwei Arme, wer weiß was ich sonst noch alles vom Markt mit nach Hause bringen würde. Aber wie soll man auch einfach daran vorbeilaufen wenn sich die Tomate derzeit in einer Vielfalt präsentiert, die es schier unmöglich macht da zu widerstehen.

FÜR ZWEI SPRINGFORMEN Ø 26 CM
HEFETEIG
180 ml lauwarme Milch
25 g frisch Hefe
400 g Mehl
50 g brauner Zucker
1 Eigelb
1 Ei
50 g flüssige Butter
1 Prise Salz

STREUSEL
40 g Mehl
20 g kalte Butter
25 g brauner Zucker
800 g Zwetschgen

80 ml Milch und Hefe mit 2 EL Mehl in einer Schüssel glattrühren und 15 Minuten ruhen lassen.
Mehl in eine Schüssel sieben und die Mitte eine Mulde formen. Zucker, Milch, Eigelb, Ei, Butter und Salz in die Mitte geben, das Hefegemisch zufügen und alles zu einem glatten Teig verarbeiten. Schüssel mit einem feuchten Küchentuch abdecken und 45 Minuten gehen lassen.

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Für die Streusel alle Zutaten mit den Händen verarbeiten. Zwetschgen waschen, halbieren, entsteinen und nochmals halbieren. Springformen mit Backpapier auslegen, man kann den Teig auch auf einem Blech ausrollen. Teig halbieren und den Boden der Springform damit auslegen, Zwetschgen kreisförmig auf dem Teig anordnen, Streuseln darüber verteilen und im vorgeheizten Ofen 35 Minuten backen.

Form aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten ankühlen lassen. Anschließend aus der Form lösen und schon mal ein lauwarmes Stück essen.