Shortbread mit Karamell


Ausflüge zum See haben in dieser Zeit einen gewissen Seltenheitswert gewonnen, ein schleichender Prozess, denn vor zwei Wochen sah es noch ein wenig anders aus. Woran liegt das? An der Dunkelheit, die seit letzter Woche verstärkt Stück für Stück eher über den Tag hereinbricht? Umso wertvoller wird in diesen Augenblicken die Zeit, die man draußen verbringt, bei Tageslicht. Sobald es draußen tiefschwarz ist, stellt sich sogleich das Gefühl ein als wäre der Tag bereits vorüber – Schwerfälligkeit, Bedauern und Sehnsucht stellen sich ein wenig ein. Dabei ist der Tag noch längst nicht vorbei, er geht weiter, nur eben ohne Sonne, dafür mit Mond, Regen und Wind. Ok, die letzten beiden Punkte sollten nach Möglichkeit nicht zwingend im Zusammenspiel auftreten, aber selbst wenn, das geht vorüber. Jede Jahreszeit schafft ihre eigene Stimmung, das kann ein schmuddeliger Regentag im Sommer sein oder wie gestern ein milder Novembertag. Es gab keine Diskussion – raus an den See.
Dort zu sein, ist wie ein zweites Wohnzimmer. Ein Ort voller Charme, der immer da ist, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. Keine verschlossene Tür, ein offenes Tor mit der Weite des vor sich hinschwappenden Wassers, um den Blick und die Gedanken schweifen zu lassen zu können – einfach die Schönheit der Natur zu spüren.
Das kürzer werdende Zeitfenster um zu fotografieren, spielt mir nicht in die Karten. Als ausgesprochene Fadenverliererin ist das eine kleine Herausforderung. Zu interessant ist das, was drum herum passiert oder auch nicht passiert. Auf einmal entdecke ich etwas, was da schon seit Ewigkeiten liegt und lässt mich davon abkommen, das schöne Kuchenglück auf dem Tisch zu knipsen. Kraut und Rüben im Kopf an gefühlt jedem Sonntag, aber so ist es.
Für heute habe ich etwas kleines aber feines rausgesucht, schon lange steht dies auf meiner Rezeptliste und ich denke so ein buttriges Shortbread mit Karamellsoße ist ganz vortrefflich für einen charmant grauen Herbsttag geeignet. Das Karamell ist mir nicht so gut geglückt, war etwas zaghaft mit der Schlagsahne, so dass das Karamell steinhart geworden ist. Am Ende ist mir nur ein kleiner flüssiger Rest geblieben, den schlecker ich jetzt nebenbei so weg…

 SHORTBREAD
250 g weiche Butter
125 g Zucker
450 g Mehl
1 Prise Salz
+ etwas Vanillezucker

Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.

Butter und Zucker cremig aufschlagen. Mehl portionsweise dazu geben und mit den Knethaken in die Butter-Zucker-Creme einarbeiten. Mürbeteig mit den Händen zu einer Kugel formen. Sollte dieser zu trocken sein, einen Schuss eiskaltes Wasser dazugeben. Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, ein zweites Stück Papier darüber legen und mit Nudelholz flach und gleichmäßig ausrollen. Mit einer Gabel den Mürbeteig einstechen. Blech in den Ofen schieben und im vorgeheizten Ofen ca. 20 Minuten goldgelb backen. Fertig gebackenes Shortbread herausnehmen, mit einem Messer in schmale, rechteckige Stücke schneiden und mit Vanillezucker bestreuen. Vollständig auskühlen lassen.

KARAMELL
200 g Zucker
1 Prise Meersalz
100 g Schlagsahne

Zucker in einem fettfreien Topf schmelzen. Dabei gelegentlich mit einem Schneebesen umrühren, damit der Zucker nicht verbrennt. Wenn der Zucker die gewünschte Bräune erreicht hat, langsam die Sahne und das Salz unterrühren und darin auflösen. In eine Schüssel umfüllen und abkühlen lassen.

Apfelstreuselkuchen

Es muss nicht groß oder mit einer Vielzahl an Zutaten gespickt sein, dass pure Kuchenglück. Die wichtigsten Zutaten sind immer da – Mehl, Butter, Eier, Zucker und ein, zwei schrumplige Äpfel. Aus diesem bißchen ist dieser unglaublich leckere Apfelstreuselkuchen entstanden. Habe ich unglaublich lecker gesagt? Völlig untertrieben – sagenhaft lecker, fantastisch, köstlich und so weiter…! Solche Kuchenerlebnisse stecken voller Freude und die Lust auf selbstgebackenes wird hoffentlich niemals weg sein. Aus diesem Grund konnte der Anschnitt des Kuchens nicht weiter auf sich warten lassen und so landete im lauwarmen Zustand direkt das erste Stück auf meinem Teller, inklusive eines Klecks ungesüßte Schlagsahne, das i-Tüpfelchen sozusagen. War halt auch schon hungrig.

RÜHRTEIG
170 g weiche Butter
140 g Zucker
3 Eier
170 g Mehl
2 TL Backpulver
1 Prise Salz
+ 2 Äpfel (geschält, geviertelt und in kleine Stücke geschnitten und mit einer Prise Zimt mariniert)

STREUSEL
100 g geschmolzene Butter
180 g Mehl
120 g brauner Zucker
1 Prise Zimt

Springform (Ø 18 cm) fetten und den Rand mit Backpapier auskleiden, damit der Kuchen beim Backen nicht überläuft. Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.

Für die Streusel alle trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen. Die abgekühlte Butter langsam dazugießen und mit einem Holzlöffel zu Streuseln verrühren. Schüssel bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.

Für den Rührteig Butter und Zucker mit dem Handrührgerät fünf Minuten cremig aufschlagen. Eier einzeln und gründlich in den Teig einarbeiten. Mehl, Backpulver und Salz mischen, in die Schüssel geben und alles zu einem glatten Teig verrühren. Die Hälfte vom Rührteig in die Springform geben, zwei Drittel der Apfelstückchen darauf verteilen und diese dann mit ein paar Streuseln bedecken. Nun den restlichen Teig vorsichtig darübergeben, glattstreichen, Apfelstückchen und Streuseln oben drauf geben.

Springform in die Mitte des Backofens schieben und ca. 60-70 Minuten backen. Die Springform mit Alufolie abdecken wenn der Kuchen oben zu dunkel werden sollte. Mit einem Holzstäbchen prüfen ob der Kuchen fertig gebacken ist, herausnehmen und abkühlen lassen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben und wer mag mit ungesüßter Schlagsahne.

Schoko-Haselnussgugelhupf

Jede Wetter-Nörgelei verblasst angesichts dessen wie derart vielfältig es in den vergangenen Tagen gewesen ist und auf welch abwechslungsreiche Weise sich die Natur präsentiert hat und es immer noch tut. Es liegt direkt vor einem. All das zu erleben, ist eine große Freiheit und ein ebenso großes Glück. Jede Fahrt ins Grüne ist es wert, Zeitaufwand und Nutzen miteinander aufzuwiegen sind nicht gerechtfertigt. Einfach da zuliegen, sich von der Sonne verwöhnen zu lassen und dem Specht dabei zu zuhören wie er gegen den Baumstamm klopft. Mit dem Fahrrad auf dem Weg liegende Blätter aufzuwirbeln, so dass sie für einen Moment in der Luft tanzen. Am frühen Morgen durch dichte Nebelfelder zu fahren und die Sonne dabei zu beobachten, wie sie versucht sich durch die Wolken zu kämpfen und eine geheimnisvolle wie diffuse Lichtstimmung erzeugt. Wassertropfen die in den Spinnweben hängenbleiben und sie noch filigraner erscheinen lassen. Laub harken, Blätter sammeln, Blumen pflücken und gar nicht mitzubekommen, wie viel man bereits gepflückt hat und die Hand kaum noch in der Lage ist alles zusammenzuhalten, ein wahrer Blumenrausch. All das ist der Herbst. Und ich glaube, wenn er könnte, würde er auch Kuchen backen… ich kann das sonst auch erstmal übernehmen. Auf dem heutigen Präsentierteller hat es sich der Schokoladen-Haselnussgugelhupf gemütlich gemacht. Auf wundersame Weise fügt er sich mit seiner Marmorierung hervorragend ins Herbstbild ein. Richtig anmutig steht der Gugelhupf da auf dem Tisch. Hmm, zu schön um ihn anzuschneiden und zu schade um ihn so stehenzulassen, Augen zu und durch und dann ab raus…

GRUNDTEIG
185 g weiche Butter
150 g Zucker
1 Prise Salz
260 g Mehl
1 TL Backpulver
110 ml Milch
3 Eier

HASELNUSSTEIG
80 g geschmolzene Zartbittterschokolade (50 %)
60 g gemahlene Haselnusskerne


Eine Gugelhupfform fetten und den Backofen auf 200 Grad Umluft vorheizen.

Butter, Zucker und Salz mit dem Handrührgerät zu einer hellen Creme aufschlagen. Mehl und Backpulver mischen und die Eier mit der Milch verquirlen. Beides nun abwechselnd unter die Butter-Zucker-Masse rühren. Den Teig halbieren und die eine Hälfte mit der Schokolade und den gemahlenen Haselnusskernen aromatisieren. Den hellen und dunklen Teig abwechselnd in die Kuchenform füllen.

Kuchen im vorgeheizten Ofen 15 Minuten backen, anschließend die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und weitere 25 Minuten backen (Stäbchenprobe). Napfform herausnehmen und 10 Minuten abkühlen lassen, danach den Kuchen auf einen Teller stürzen und vollständig auskühlen lassen.