Kanelbullar (Zimtschnecken)

„Is dit nen Scheißwetter!“ sagte jemand gestern zu mir. Stimmt schon irgendwie, aber über Pfützen zu hüpfen versetzt einen doch immer ein Stück weit in die Kindheit zurück und für mich geht Regenwetter auch immer mit einer gewissen Gemütlichkeit einher. Vielleicht bin ich gestern doch etwas hastig über den Markt spaziert, so dass ich eine wichtige Zutat vergessen habe einzukaufen, so was ist mir ja noch nie passiert. Um ein Haar hätte es heute keine Kanelbullar gegeben. Zum Glück konnte ich mir bei Freunden zwei Eier ergaunern. Was wäre das für ein Sonntag geworden, so gänzlich ohne backen? Schrecklich, kein Duft von frischgebackenem der in der Luft gelegen hätte, keine unaufgeräumte Küche und kein Mehl an den Sachen… alles hat sich zum Guten gewendet und nun stehen an die zwei Dutzend Zimtschnecken vor mir, da fühlt man sich sogleich im Zimtschnecken-Himmel. Wie ich neulich erfahren habe, widmen die Schweden diesem traumhaften Gebäck sogar einen gesamten Tag, den Tag der schwedischen Zimtschnecke, am 4. Oktober. Ich bin dafür solche Feiertage auch hier ins Leben zu rufen, wobei ich ja eigentlich schon jeden Sonntag das Backen an sich hochleben lasse.

ERGIBT CA. 20 STÜCK

HEFETEIG
500 ml lauwarme Milch
50 g frisch Hefe
100 g Zucker
850 g Mehl Type 00
1/2 TL Kardamom
1 leicht verquirltes Ei
1/2 TL Salz
150 g weiche Butter

ZIMTBUTTER
200 g weiche Butter
100 g Zucker
4 TL Zimt

Lauwarme Milch in eine große Schüssel geben und die Hefe darin auflösen. Ei, Salz, Kardamom, Zucker und Mehl unterrühren. Butter dazugeben und auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem glatten Teig verarbeiten. Hefeteig in eine saubere Schüssel legen und mit einem frischen Tuch abdecken. Für zwei Stunden an einem warmen Ort ruhen lassen.

Für die Zimtbutter alle drei Zutaten mit dem Handrührgerät cremig aufschlagen.

Hefeteig halbieren, Arbeitsfläche mit Mehl bestreuen und den Teig zu einem Rechteck ausrollen. Mit der Zimtbutter bestreichen, den Teig von der langen Seiten her aufrollen und in gleich breite Stücke schneiden. Teilchen auf ein mit Backpaier ausgelegtes Backblech legen und etwas flachdrücken. Mit einem Tuch abdecken und nochmals 30 Minuten ruhen lassen. Mit der zweiten Teighälfte ebenso verfahren.

Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen und die Zimtschnecken ca. 15-20 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Rezept stammt aus dem Buch „Skandinavisch backen: 100 Rezepte – süß und herzhaft“.



Apfel-Schmand-Kuchen

Wer kennt es nicht, man ist unterwegs zum Einkauf, zur Verabredung oder spaziert durch Wälder und ganz plötzlich, von einer Sekunde auf die andere, wird man vom Duft der Natur umhüllt. So schaurig unangenehm der Wind im November manchmal auch sein mag, schafft er doch auch wunderbare Momente. Diese klare, frische Luft, vollkommen schnörkellos und unverkennbar. So einfach und doch so schön. Man möchte stehen bleiben, den Moment bewusst genießen, inne halten und sich vielleicht für einen Augenblick darin verlieren wollen.
Was kommt ebenfalls ohne viel Firlefanz aus? Richtig, dieser Apfel-Schmand-Kuchen. Die Rubrik „Apfelkuchen“ unterliegt hier einem stetigen Wachstum und wenn es nach mir geht, könnte jede Woche ein frisch gebackener Apfelkuchen, veredelt mit einer pudrigen Schicht Staubzucker, auf dem Tisch stehen. Das nächste Rezept rund um den Apfel schwirrt bereits im Kopf herum, aber bis dahin konzentriere ich mich auf die Verköstigung von diesem Leckerbissen.

FÜR EINE SPRINGFORM Ø 26 CM
100 g weiche Butter
60 g Zucker
2 Eier
1 Becher Schmand
160 g Mehl
1 Prise Salz
2 TL Backpulver
2 mittelgroße Äpfel + etwas Honig
+ Puderzucker

Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Springform mit Backpapier auslegen und den Rand fetten.

Äpfel schälen, in Spalten schneiden und mit etwas Honig marinieren, zur Seite stellen. Butter und Zucker mit dem Handrührgerät cremig aufschlagen. Die Eier nacheinander gründlich unterrühren, anschließend den Schmand dazugeben. Mehl, Salz und Backpulver mischen und unter den Teig ziehen.

Teig in die Springform geben, glattstreichen und die Apfelspalten kreisförmig darauf anordnen. Kuchen in den Ofen schieben und ca. 25 Minuten backen (Stäbchenprobe). Wenn der Kuchen fertig gebacken ist, die Springform aus dem Ofen nehmen. Fünf Minuten abkühlen lassen und dann den Rand lösen. Auskühlen lassen und vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.



Schokoladenkuchen mit Kaffeecreme

Heute bin ich wahnsinnig schlecht vorbereitet. Kein Text ist geschrieben! Auf Dauer über das Draußensein zu schreiben, mag vielleicht irgendwann langweilig werden. Kann man aber so oder so sehen. Ich sehe das so und du so? Was für eine Quatschschreiberei… also Konzentration. Ein Schokoladenkuchen will schließlich präsentiert werden, er könnte auch als kleine Sonntagstorte durchgehen, eine zarte Schicht Kaffeecreme verleiht ihm das gewisse Etwas. Herbstblues adé!
Statt der üblichen zwei Stücken Kuchen schaffe ich aber gerade mal eins, die Buttercreme verleitet ständig dazu von ihr zu naschen… ein Teufelszeug. Und was ist die Konsequenz? Mir ist jetzt ein bißchen schlecht, von all dem Probieren.

SCHOKOLADENKUCHEN
225 g weiche Butter
150 g Zucker
4 Eier
200 g Mehl
2 TL Backpulver
1 TL Natron
2 EL Kakaopulver

KAFFEECREME
2 EL lösliches Kaffeepulver
1 TL heißes Wasser
150 g weiche Butter
120 g gesiebter Puderzucker

Backofen auf 175 Grad Umluft vorheizen und eine Springform fetten und mit etwas Mehl ausstäuben.

Für den Schokoladenkuchen Butter und Zucker vier Minuten cremig aufschlagen. Die Eier einzeln und jeweils eine Minute lang unter die Butter-Zucker-Masse rühren. Mehl, Natron, Backpulver und Kakao mischen und unter die Masse rühren. Teig in die Springform geben, glattstreichen und ca. 25 Minuten backen. Fertigebackenen Kuchen aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und aus der Form lösen.

Für die Kaffeecreme das Kaffeepulver im heißen Wasser auflösen und auskühlen lassen. Butter mit dem Handrührgerät einige Minuten zu einer hellen Creme aufschlagen. Puderzucker und Kaffee dazugeben und so lange rühren bis sich alles miteinander verbunden hat. Bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.

Wenn der Kuchen vollständig abgekühlt ist, mit der Kaffeecreme bestreichen und servieren.

Originalrezept aus dem Buch „Torten“ von Linda Lomelino.